To put flowers on shamelesness

Einer Schamlosigkeit Blumen aufsetzen.
2009

Animation 02:15 min., als Schleife laufend, gezeichnete und digital weiterverarbeitete Bilder und Klang, Installation

Die Arbeit „Einer Schamlosigkeit Blumen aufsetzen“ entstand im Rahmen des Ausstellungsprojektes „Les fleurs du mal“ auf Schloss Güstrow, initiiert von Professor Ulrich Puritz vom Caspar-David-Friedrich Institut in Greifswald und Gerhard Graulich vom Staatlichen Museum in Schwerin. Die parallel zur BUGA 2009 geplante Ausstellungsreihe „GARTEN – vom digitalen Blumenbild zum digitalen Garten“ sollte durch unser Projekt um zeitgenössische Kunst erweitert werden. Eine zweite Fleurs du mal-Ausstellung fand dann 2010 in Loitz statt.

EinerSchamlosigkeit

Das Ausgangsmaterial war der 1857 bis 1868 entstandene Gedichtband von Charles Baudelaire.
Der Dichter Baudelaire wurde wegen Gotteslästerung und Verletzung der öffentlichen Moral verurteilt und so die Veröffentlichung zahlreicher seiner Gedichte verboten.
Im Zuge dieses Prozesses sagte Baudelaire folgendes: „Einer Gotteslästerung werde ich Stoßseufzer zum Himmel, einer Schamlosigkeit platonische Blumen entgegensetzen.“
(so wird er im Vorwort von „Die Blumen des Bösen“ von Charles Baudelaire, Insel-Verlag, Leipzig, 1990, zitiert) Baudelaire äußerte dies sicher in einem Moment der Wut und Entrüstung. Aber, und das bleibt das faszinierende daran, nicht ohne Ironie.

Grundlagen der entstandenen Arbeit sind eben diese Ironie und der verkürzte und abgewandelte Satz „Einer Schamlosigkeit Blumen aufsetzen.“ – der es nun ermöglicht, etwas Schamlosem tatsächliche Blumen (oder deren Nachbilder – eben zumindest sinnlich wahrnehmbare Blumen) nicht nur entgegen-, sondern gleich aufzusetzen.
Des Weiteren zwei anfangs identische Anziehpuppen, die sich dann aber entweder zu Hitler, oder Chaplin anziehen. Ein Spiel wie „Newton´s Cradle“ – in dem zwei Metallkugeln, die einander berühren, sich abstoßen…

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