Rennfahrerfrühstück

Rennfahrerfrühstück
2009

Animierte Kohle-Zeichnungen, Stop-Motion mit Objekten und Knete, 2:23 min.

Der Kurzfilm „Rennfahrerfrühstück“ ist eine Betrachtung des Absurden. In freier Auseinandersetzung mit Literatur von Albert Camus und Samuel Beckett entstand eine Bilderzählung in schwarz-weiß aus Zeichnungen und Fotos.

Vor allem orientieren sich meine Bilder an Gefühlen und Zustandsbeschreibungen aus Werken wie „Der Fremde“ und der „Mythos von Sisyphos“ von Camus, sowie an Elementen aus „Murphy“ und einzelnen kurzen Theaterstücken von Beckett. Im Film zeige ich verschiedene bildnerische Umsetzungen, die die Absurdität des Lebens, den Alltagstrott, das kurze Bewusstwerden, das Zurückverfallen in die Gewöhnung u.a. deutlich machen sollen. So etwa der Fisch: er schwimmt und schwimmt und schwimmt… selbst dann noch, wenn das runde Glas, das wie ein Gefängnis wirkt, kein Wasser mehr in sich birgt. Oder das eigentliche „Rennfahrerfrühstück“, das auf eine abgewandelte Variante eines bekannten Kinderspiels hinweist: mit Mütze (hier mit Motorradhelm), Schal, Handschuhen und Messer und Gabel versuchen, eine Schokoladentafel auszupacken und so viel wie möglich davon zu essen, bis der nächste eine sechs würfelt und das ganze Prozedere von Neuem beginnt. Das ist nicht nur schwierig, sondern auch „aufreibend“, nervig und beruht auf Glück. Die – sich ständig wiederholende – Spielsituation ist einfach irgendwie absurd. „Das Gefühl der Absurdität kann einen beliebigen Menschen an einer beliebigen Straßenecke anspringen. Es ist in seiner trostlosen Nacktheit, in seinem glanzlosen Licht nicht zu fassen. Doch ist gerade diese Schwierigkeit des Nachdenkens wert.“ (Camus in: Der Mythos von Sisyphos)

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